Internationale Zusammenarbeit
Das BAK beim EU Network against Corruption
Am 15. Oktober 2025 veranstaltete die Europäische Kommission die dritte Plenarsitzung des EU-Netzwerks gegen Korruption in Brüssel. Zentrales Thema war die stärkere Verknüpfung von Integrität, Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit. Eine Delegation des Bundesamts zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) war bei der Veranstaltung vertreten.
Im Zentrum der Diskussionen standen insbesondere die Verknüpfung von Integrität, Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit – ein Ansatz, der der Prävention von Korruption künftig noch mehr Bedeutung im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit und somit den wirtschaftlichen Interessen der Europäischen Union verleiht.
Studien zeigen, dass das öffentliche Beschaffungswesen weiterhin ein Hochrisikobereich ist. Zwar steigen Transparenz und Datenqualität, gleichzeitig nehmen jedoch Single-Bid-Verfahren zu. Frankreich präsentierte ein Modell, mit dem Unternehmen zur Einführung von Compliance- und Präventionsmaßnahmen motiviert werden sollen. Neben einem besseren Schutz vor wirtschaftlichen Risiken, verändern solche Programme auch die Unternehmenskultur und das Image und steigern die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Chancen bei öffentlichen Ausschreibungen.
In diesem Zusammenhang betonte die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ihren Ansatz "Wettbewerbsfähigkeit durch Integrität" und empfahl wirksame Sanktionen und Strafverfolgung juristischer Personen, eine verbesserten Whistleblower-Schutz, und eine risk-based approach in nationalen Antikorruptionsstrategien.
In Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission wurden in diesem Zusammenhang u. a. Aspekte wie der Rule of Law Report, die geplante EU-Antikorruptionsrichtlinie und die EU-Antikorruptionsstrategie hervorgehoben.
Good Practices und Bildung
Die Europäische Kommission stellte das neue "Handbook of Good Practices in the Fight against Corruption" vor. Das Handbuch bietet eine umfassende Übersicht über bewährte Praktiken in acht Bereichen – von Transparenz und Bürgerbeteiligung über Interessenkonfliktmanagement bis hin zu Ermittlungen und Integritätsförderung.
Ein besonderes Highlight waren portugiesische "Integrity Bootcamps" für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer, die das Bewusstsein für Integrität und Demokratie bereits frühzeitig stärken sollen.
Forschung und Innovation
Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Antikorruptionsforschungs-Projekten waren vertreten. Es handelte sich dabei um Projekte wie FALCON (Fight Against Large-scale Corruption and Organised Crime Networks), POSEIDON, einem Projekt zur Korruptions- und Verbrechensbekämpfung in Häfen, oder BridgeGap, einem Projekt, welches sich mit einem tieferen Verständnis von Korruption aus einer interdisziplinären Perspektive auseinandersetzt, um so Wissenslücken in diesem Bereich zu schließen.
Neben den EU-Institutionen waren auch internationale Organisationen und Partner vertreten, wie u. a. die GRECO (Groupe d‘états contre la corruption), die UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) sowie Transparency International.